Der Hutewald

Der Begriff Hutewald stammt aus dem Mittelalter und bezeichnete damals wertvolle Flächen für die Landwirtschaft, die gezielt angelegt wurden. Weitflächig gepflanzte Bäume lassen genug Sonnenlicht durch, um eine optimale Entwicklung der Wiesen und Weideflächen für Nutztiere zuzulassen. Besonders Rinder, Schafe und Ziegen wurden in den Frühjahrs und Sommermonaten auf den Flächen gehalten. Im Herbst wurden dann Schweine darüber getrieben, um sie mit herabfallenden Früchten, wie zum Beispiel Eicheln, zu mästen. Heute hat der Hutewald nur noch wenig bis gar keine Bedeutung in der Landwirtschaft. Tiere werden nicht mehr von einem Platz zum anderen getrieben und nicht mit Baumfrüchten gemästet.

Der Hutewald in Hellmitzheim ist im Jahr 2010 auf diese traditionelle Art wieder bepflanzt worden und wird wie früher bewirtschaftet. Die Fläche wird von fränkischem Gelbvieh und Rotwild genutzt. Die Wiese wird durch die Weidetiere aktiv gestaltet. So gibt es Trampelpfade, Abgefressenes, aber auch stellenweise sehr hohes Gras und eine Wasserstelle mitten in der Wiese. Jeder dieser Orte bietet Platz für andere Arten von Insekten und kleine heimische Säugetiere, die sich hier im Hutewald mit einnisten können.

Der Hutewaldweg wurde auf einer Strecke von 3,2 km von der Projektleitung rund um den Hutewald angelegt. An insgesamt elf Stationen entlang des Weges, der sehr gut ausgeschildert ist, erhält man interessante Informationen rund um das Thema Hutewald und das „Life+ Natur-Projekt“. Zusätzlich bekommt man gute Einsichten auf die großräumig angelegte Hutungsfläche. Die beste Sicht hat man am eigens dafür errichteten Aussichtsturm an der dritten Station. Aus etwa 3 m Höhe kann man den Tieren beim Sonnen, Fressen oder Schlafen zugucken. Damit den jüngeren Besuchern bei einem Spaziergang entlang des Weges nicht langweilig wird, gibt es an den Stationen sieben und neun genug Platz und Spielgeräte um sich ordentlich auszutoben.

Der Hutewald und der dazu gehörige Hutewaldweg sind ein Projekt der Stadt Iphofen, des Marktes Markt Einersheim, den Bayerischen Staatsforsten und des Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit. Zudem wird das Projekt mitfinanziert von der Europäischen Union unter dem Motto „Life+ Natur“. Die Dorfgemeinschaft Hellmitzheim ist allen Gebern sehr dankbar, dass sie dieses Projekt ermöglicht haben.

Die Internetseite der Stadt Iphofen, auf der auch der Flyer mit detaillierten Informationen zum Hutewald zum Download bereit steht:
www.iphofen.de 
Die Seite „Life+ Natur“ von der EU:
www.life-steigerwald.eu