Richard Veit [Bildmitte] prägte seinen Heimatort Hellmitzheim auf vielfältige Weise. Am 13. Juni 2026 ist er mit 90 Jahren gestorben. Zwei Nachrufe.
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Dieter Lenzer, 1. Bürgermeister der Stadt Iphofen
Die Stadt Iphofen trauert um Herrn Richard Veit – Träger der Bürgermedaille der Stadt Iphofen
Herr Veit war von 1966 bis zur Gebietsreform 1972 Gemeinderat in Hellmitzheim, von 1978 bis 2002 Stadtrat der Stadt Iphofen und Stadtteilsprecher für den Stadtteil Hellmitzheim, von 1996 bis 2002 Dritter Bürgermeister der Stadt Iphofen, von 1996 bis 2002 Mitglied der Gemeinschaftsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft Iphofen, von 1965 bis 2021 Feldgeschworener in Hellmitzheim davon von 1996 bis 2021 Obmann der Feldgeschworenen Hellmitzheim, von 1975 bis 2023 Vorstand der Hellmitzheimer Waldgenossenschaft sowie von 1983 bis 2008 Dritter Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Kitzingen.
Er war als zuverlässiger, gradliniger und objektiver Vertreter im Stadtrat sehr beliebt und außerordentlich geschätzt. Die Wahrung der Interessen der Kommunalen Selbstverwaltung und die Entwicklung der Stadtteile, insbesondere des Stadtteils Hellmitzheim, lag ihm besonders am Herzen. Sein großes ehrenamtliches Engagement verdienen unseren Respekt, unsere Anerkennung und Wertschätzung.
Wir danken Herrn Veit für seinen jahrzehntelangen außergewöhnlichen Einsatz und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.
(Quelle: Iphöfer Nachrichten vom 26. Juni 2026)
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Eike Lenz – Main-Post vom 18. Juni 2026
Trauer um einen Wald- und Naturmenschen: Was Richard Veit seiner Heimat Hellmitzheim hinterlässt
Richard Veit war mehr als ein engagierter Kommunalpolitiker. Wohler als im Ratssaal fühlte er sich in Feld, Wald und Wiese. Jetzt ist er mit 90 Jahren gestorben.
Richard Veit war kein Mann des Augenblicks, er war ein Mann der Jahrzehnte. Wenn er etwas anpackte, dann nicht, um kurz darauf wieder loszulassen. Nachhaltigkeit war ihm wichtig – im Wald, in der Politik, in seinem Heimatort Hellmitzheim und darüber hinaus.
48 Jahre saß er der Waldgenossenschaft vor, 40 Jahre wirkte er als Feldgeschworener, fast 30 Jahre als Gemeinde- und Stadtrat. „Im Wald denkt man an die Urenkel“, hat Veit einmal gesagt. Er dachte immer weiter, über den Tag und über Generationen hinaus – und ging immer erst, wenn er das Gefühl hatte, dass es gut war.
Als Landwirt besaß Veit von Haus aus ein Gespür für alles, was sich unter freiem Himmel abspielte. Aber auch wenn er nicht auf dem Schlepper saß, waren Feld, Wald und Wiesen sein bevorzugtes Terrain. Für Leute wie ihn wurde der Begriff des Naturmenschen erfunden.
Staatspreis aus den Händen der Forstministerin
=> https://hellmitzheim.de/2019/10/16/staatspreis-fuer-vorbildliche-waldbewirtschaftung/#more-8740
Veit lebte von und mit der Natur, stand fast ein halbes Jahrhundert an der Spitze der Hellmitzheimer Waldgenossenschaft, und als er vor drei Jahren den Vorsitz abgab, war er schon 87. In all der Zeit setzte er mit den Waldgenossen mehr als 100.000 Pflanzen für einen neuen, artenreichen Laubmischwald. Als es galt, anzupacken und mit dem Aufforsten zu beginnen, übernahm Veit Arbeit und Verantwortung.
Früher als andere erkannte er, dass es neue Ansätze braucht, um den Wald gegen den zunehmenden Trockenstress zu rüsten. Für diese Pionierarbeit wurde der Genossenschaft im Herbst 2019 von Bayerns Forstministerin Michaela Kaniber der Staatspreis für vorbildliche Waldbewirtschaftung verliehen.
Veit selbst hatte schon sechs Jahre vorher den Umweltpreis der Landrätin entgegennehmen dürfen. Aber er war keiner, der solche Lorbeeren brauchte. Sein Einsatz rührte von einem inneren Antrieb, der auch im hohen Alter kaum erlosch. So war es auch bei seinem Einsatz für jenes denkmalgeschützte Bauernhaus in der Dorfmitte, das im Mai 1995 als Bürgerhaus für Hellmitzheim eröffnet wurde.
An Parteipolitik war der CSU-Mann nicht interessiert
Schon von 1966 bis 1970 saß er im Rat der damals noch selbstständigen Gemeinde Hellmitzheim. 1978 zog er auf der CSU-Liste in den Iphöfer Stadtrat ein, und auf dem Höhepunkt seiner politischen Laufbahn übernahm er 1996 das Amt des Dritten Bürgermeisters.
An Parteipolitik war er nie interessiert, stets ging es ihm um die Sache, die er ebenso unaufgeregt wie bestimmt vertrat. „Für mich war er Ratgeber und absolute Vertrauensperson“, sagte der damalige Bürgermeister Josef Mend 2002 bei Veits Abschied aus dem Ratsgremium.
Am vergangenen Samstag (13. Juni) ist Richard Veit mit 90 Jahren gestorben. An diesem Freitag, 19. Juni, wird er um 14.30 Uhr in Hellmitzheim beigesetzt.
(Quelle: Printausgabe der Main-Post vom 19. Juni 2026)

Anzeige in der Fränkischen Landeszeitung vom 16. Juni 2026
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Links zu Beiträgen auf hellmitzheim.de mit Richard Veit:
Feldgeschworene 2019: https://hellmitzheim.de/2019/05/12/maenner-in-wald-und-flur-die-siebener/#more-7264
Waldbewirtschaftung 2019: https://hellmitzheim.de/2019/10/16/staatspreis-fuer-vorbildliche-waldbewirtschaftung/#more-8740
Waldgenossenschaft Hellmitzheim 2023: https://hellmitzheim.de/2023/04/07/waldgenossenschaft-hellmitzheim-neuwahlen/#more-16860
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Abgeschrieben und zusammengestellt: Harald Heinritz, im Juni 2o26
